DIE 12 MYTHEN


Unzählige Mythen begleiten den normalen Golfschüler auf seinem Irreweg durch das Chaos der falschen Vorstellungen von der korrekten Golfschlagtechnik. 12 davon hat Thomas Zacharias schonungslos entlarvt und sie dorthin verwiesen, wo sie hingehören: In's Land der Sagen..



Mythos 1, Beinarbeit.

„Für gute, vor allem lange Schläge ist eine ausgefeilte Beinarbeit unerlässlich.Falsch!

Man sieht bei den Profis so viele verschiedene Arten, die Beine zu bewegen, dass man nicht eine davon für allein richtig erklären kann. Es gibt Profis die ihre Beine sehr wenig bewegen und andere, die ausgeprägte Bewegungen zeigen. Manche heben den Rumpf beim Ausholen und senken ihn beim Durchschwingen wieder. Andere heben beim Aufschwung, senken beim Abschwung und heben im Durchschwung wieder. Die meisten halten den Rumpf durchweg auf gleicher Höhe. Und alle richten sich erst im Finish endgültig auf, wenn also der Schlag längst stattgefunden hat.

Die Beine jedes Golfers sind durchweg hoch aktiv, auch wenn man es nicht bei jedem sieht. Kräfte wirken auch, wenn keine Bewegung sichtbar wird. Amateure bewegen ihre Beine nur wenig, und trotzdem sind sie mit voller Kraft bei der Sache. Sonst würde der Körper nämlich beim Schlagen in sich zusammenbrechen oder aus dem Gleichgewicht kippen.

Also Beinarbeit ist wichtig. Aber kein Mensch kann einen Golfschwung ausführen, ohne intensiv mit den Beinen zu arbeiten. Dazu braucht man diese nicht aufzufordern. Sie tun das spontan und in dem Maße richtig, in welchem Arme und Hände sich richtig verhalten. Wenn diese sich falsch verhalten, dann werden die Beine das ebenso unterstützen. Und das ist dann ebenso falsch.

 

Mythos 2, Becken-Twist

„Für gute, vor allem lange Schläge ist eine ausgefeilte Beckendrehung unerlässlich.“ Falsch!

Die Drehung des Beckens, noch vor Beginn des Abschwungs oder zumindest während desselben, erfolgt immer spontan, je nach Veranlagung. Der eine Profi dreht wenig, der andere viel. Wer wenig dreht, der dreht natürlich langsamer als der der viel Drehung erzeugt, also noch vor dem Treffen des Balles die berühmte Gürtelschnalle zum Ziel gedreht hat.

Weil für die Drehung nur eine geringe Zeitspanne zur Verfügung steht, ist die Drehung logischerweise umso schneller, je größer sie ist. Dieses Drehtempo ist aber in keiner Weise entscheidend oder gar unverzichtbar für gute, weite Schläge. Ben Hogan und der weltbeste Longhitter Jaimie Sadlowski, zum Beispiel, haben nur eine geringe Beckendrehung. Ihre Gürtelschnalle zeigt im Treffmoment auf den Ball. Grad wie bei den meisten Amateuren. Warum also daran herumbasteln?!

 

3. Mythos, Becken-Shift

„Für gute, vor allem lange Schläge ist eine ausgeprägte Verschiebung des Beckens in Zielrichtung unerlässlich.“ Falsch!

Manche Profis sind in den Lenden so elastisch und frei beweglich, dass man beim Zuschauen Angst bekommt, sie könnten in der Mitte durchbrechen. Andere sind, wie die Mehrzahl der normalen Menschen, in den Lenden eher steif. Können diese deshalb keine guten, langen Golfschläge machen? Doch. Können sie. Und warum? Weil eine ausgeprägte Verschiebung des Beckens eben nicht erforderlich ist, um gute, lange Golfschläge zu machen.

Das berühmte „aus dem Weg nehmen“ der Hüften, also diese Mischung aus Twist und Shift, hat überhaupt keinen technischen Wert. Denn es gibt keinen Weg, aus welchem ein Golfer die eine oder andere seiner Hüften nehmen müsste.

Der Shift den man sieht ist kein dynamisches Element. Man schlägt damit nicht weiter als ohne. Es ist nur eine spontane Ausgleichsbewegung für das nach rechts (vom Ziel weg) Kippen des Rumpfes, also seiner Längsachse, seiner Wirbelsäule. Und dieses Kippen ist allerdings technisch erforderlich.

Und deshalb gehört es nicht zu den Mythen. Siehe also weiter unten.

 

4. Mythos, Gewichtsverlagerung

„Für gute, vor allem lange Schläge ist eine ausgeprägte Verschiebung des Gewichts, also der Körpermasse in Zielrichtung unerlässlich.“ Falsch!

Kein Golfprofi verschiebt seine Körpermasse während des Schlages. Alle bemühen sich, ihren Körperschwerpunkt mittig zwischen den Füßen im Gleichgewicht zu halten. Dazu sind all ihre sichtbaren Bewegungen da.

Erst nach dem Treffmoment zeigen viele Könner heute eine Verlagerung ihrer Körpermasse auf das linke (zielnahe) Bein. Aber das hat keinen Einfluss auf die Schlagleistung. Es ist nur eine Schonhaltung für ihre Lendenwirbelsäule.

Junge Biomechanik-Professoren, die zu viele Messinstrumente haben und zu viel Elektronik bemühen, sind von ihren Messdaten und graphischen Darstellung (Diagrammen) so begeistert, dass sie die Kausalzusammenhänge willkürlich interpretieren und immer wieder das finden, was sie vorher schon gehofft haben. Sie bestätigen immer nur die Mythen, haben noch keinen der hier aufgeführten widerlegt. Sie schwätzen nur die alten Meisterlehren nach.

Die Druckkurven, zum Beispiel, die bei Lastmessungen unter den Füßen der Golfer entstehen, zeigen keinesfalls, dass der Schwerpunkt der Könner hin und her bewegt wird. Im Gegenteil: Sie zeigen auf, dass die Beine damit beschäftigt sind, solche Verschiebungen durch Gegendruck zu vermeiden. Dieses Verhalten erzeugt die Kurven. Sie werden nur falsch interpretiert. Und dann beglückt man damit die armen Amateure, die sich nun bemühen, ihren Rumpf tüchtig vom Ziel weg und zum Ziel hin zu bewegen, und damit das Gleichgewicht und die Orientierung an der Balllage verlieren und ihre Schlagdynamik dezimieren.

Gute Golfer zeichnet ein sichtbar stabiles Gleichgewicht aus, welches auch in der Harmonie ihrer Bewegung zu erkennen ist.

 

5. Mythos, Schulterdrehung

„Für gute, vor allem lange Schläge ist eine ausgeprägte Drehung des Schultergürtels in Zielrichtung unerlässlich.“ Falsch!

Die meisten Menschen können ihre Schultern nur um höchstens 45° zum Becken verdrehen. Und das Becken nur um höchstens 45° zu den feststehenden Füßen.

Damit erreicht der linke (ausgestreckte) Arm also gerade mal höchstens die Waagerechte, was man gemeinhin als halben Aufschwung bezeichnet. Wie also gelangen die Hände über Kopfhöhe? Antwort:

Indem der linke Arm vor den Hals gehoben wird. Der Winkel zwischen Schultergürtel und linkem Arm wird von 70° nach 20° also um 50° verkürzt, also zugespitzt. Dazu muss der rechte Ellbogen gebeugt werden.

Wenn man nur die Absicht hat, den linken Arm golftechnisch aufzuschwingen, dann drehen Schultergürtel und Becken ganz automatisch mit. Man braucht das nicht bewusst zu befehligen.

Das Ausholen des linken Armes geschieht dann jedenfalls nur zu einem Viertel durch Schulterdrehung, zu einem Viertel durch Beckendrehung und zur Hälfte aus dem Schließen des Schulter-Arm-Winkels. Schon mal drüber nachgedacht? Von einem Pro drauf angesprochen worden?

Beim Abschwung, also beim Zuschlagen, kommt es dann nicht darauf an, die Drehung von Becken und Schultergürtel zu steuern und zu forcieren. Das geschieht nämlich durchweg spontan, leider meist sogar übermäßig.

Es kommt darauf an, den Schulter-Arm-Winkel von 20 wieder auf 70° zu bringen, sonst können die Hände niemals richtig über dem Ball ankommen. Und ein kraftvoller Schlag kann auch nicht entstehen, wenn die linke Schultermuskulatur passiv ist. Dies ist aber bei der Mehrzahl der Amateure zu beobachten. Anstelle der Schulter-Arm-Arbeit tritt daher eine übertriebene Rumpfdrehung, durch welche die Brust noch vor dem Impakt nicht mehr zum Ball zeigt, die linke Schulter nach hinten gezogen und die rechte nach vorne geschoben wird. Und das führt unweigerlich zu einem Durchschwung von außen nach innen; neben der offenen Schlagfläche der wichtigste Slice-Faktor.

Man muss also feststellen, dass die Arbeit in der Schulter des führenden Armes (beim Rechtshänder links) viel wichtiger ist als die Drehung des Schultergürtels. Ja man kann ausschließlich aus dem Schulterwinkel gute, lange Bälle schlagen, ohne den Schultergürtel und das Becken dazu um mehr als je 20° auf- und zuzudrehen. Der als bester Ballstriker aller Zeiten verehrte Moe Norman schlug nur aus halbem Aufschwung, also aus genau den hier angeführten Winkeln. Warum sollen Amateure diese einfache Bewegung nicht lernen dürfen?!

 

6. Mythos, Länge des Ausholweges

„Für gute, vor allem lange Schläge ist weites Ausholen unerlässlich.“ Falsch!

Viele Amateure denken oder glauben: „Je weiter ich aushole, desto weiter schlage ich den Ball.“ Wahr ist, dass es darum geht, die Länge des Ausholweges den anatomischen und motorischen Voraussetzungen des einzelnen Spielers anzupassen. Zu weites Ausholen bringt jeden Spieler aus dem Gleichgewicht und verleitet ihn zum Aufrichten des Rumpfes. Dadurch verliert er die Orientierung am Ball und verfehlt diesen höchstwahrscheinlich. Zudem wird die Koordination von Armpendel und Handgelenkswinkel immer schwieriger.

 

7. Mythos, Passive Hände

„Für gute, vor allem lange Schläge ist es unerlässlich, die Hände sich selbst zu überlassen und auf keinen Fall den Weg und die Stellung des  Schlägerblattes zu manipulieren “ Falsch!

Alle Könner manipulieren den Weg und die Stellung des Schlägerblattes. Allerdings tun sie es unbewusst, weil die Bewegung so schnell ist, so kurz dauert, dass man es selbst von innen her nicht richtig beobachten kann. Hochgeschwindigkeits-Videos aber bringen es an den Tag:

Profihände sind hoch aktiv und hoch sensibel und hochgradig geschickt. Was sie beim Schlagen unbewusst machen, das müssen die Hände der Amateure erst einmal erlernen, wenn sie gute, lange Schläge machen wollen.

 

8. Mythos, „Unterarmrotation“

„Für gute, vor allem lange Schläge ist ein ausgeprägtes Auf- und Zudrehen der Schlagfläche aus den Unterarmen heraus unerlässlich.“ Falsch!

Viele Könner drehen aus den Unterarmen die Handgelenke beim Ausholen auf und beim Zuschlagen wieder zu. Diese Manipulation erfordert aber dermaßen viel Geschick, dass der Amateur sie besser weglässt. Es geht nämlich auch ohne. Am einfachsten ist es, das Schlägerblatt aus den Handgelenken heraus durch die ganze Bewegung square zu halten („square to square).

 

9. Mythos, Das richtige Verhalten der Hände hängt von der richtigen Bein-, Becken- und Schulterarbeit ab.

„Für gute, vor allem lange Schläge darf man nicht in das Verhalten der Hände eingreifen. Ihr richtiges Verhalten entsteht automatisch, wenn nur Beine, Becken und Schultern sich richtig bewegen.“ Falsch!

Die Hände können sich durchaus richtig verhalten, wenn man die Beine, das Becken oder die Schultern falsch bewegt. Man muss allerdings wissen, welches das richtige Verhalten der Hände ist. Aber das wissen die Profis nicht, und die Laien erst recht nicht.

Man sollte als Experte aber wissen, dass die Hände für ihre Streckbewegung nur ein Drittel so lange brauchen, wie der Abschwung der Arme dauert. Wenn man also die Hände schon im ersten Drittel des Abschwungs streckt, dann wirft man den Schläger vom Ziel weg. Und wenn man sie im zweiten Drittel streckt, dann hackt man vor dem Ball in den Boden. In beiden Fällen verpufft die Kraft, die in der Streckbewegung entsteht, bevor der Ball erreicht wird.

Man hat dann so geschlagen, als hätte man die Hände nie zurückgebeugt. Und so geht die Hälfte der eigentlich gegeben und generierten Schlagkraft für den Impakt verloren.

Dieses Fehlverhalten zeigen nun durchweg alle Amateure mit Hcp über 18 und noch die Hälfte aller über 15. Einstellige Handicapper zeigen dieses Fehlverhalten dagegen ausnahmslos nicht. Trotzdem wird es im Unterricht nur ganz selten thematisiert. Und meist ohne Erfolg, weil dieses Falsche Schlagen sauschwierig abzuschalten ist. Es fehlt meistens die Einsicht in die absolute Notwendigkeit und folglich auch die Geduld, den erforderlichen Lernweg durchzustehen.

Die Notwendigkeit ergibt sich aber nicht nur aus dem Verlust an Schlagkraft, sondern auch daraus, dass das Falsche Schlagen nun durch lauter falsche Bewegungen in Armen Schultern, Rumpf und Beinen ausgeglichen werden muss, um überhaupt noch den Ball treffen zu können. Und so lernt der Amateur alles falsch, nur weil seine Hände sich von Anfang an und für immer falsch verhalten.

Die Wahrheit ist also genau das Gegenteil des Mythos: Wenn die Hände sich richtig verhalten, dann entstehen die richtigen Bewegungen im Rest des Körpers zum größten Teil und in großem Maße von alleine.

 

10. Mythos, Die Ansprechhaltung

„Für gute, vor allem lange Schläge ist eine korrekte Ansprechhaltung entscheidend und daher unerlässlich.“ Falsch!

Erstens garantiert eine korrekte Ansprechhaltung gar nichts. Und zweites ist die im Mythos gemeinte Ansprechhaltung auch nicht geeignet, für die Schlagbewegung Vorgaben zu machen. Die Haltung, die der Körper nämlich beim Impakt, also im Moment des Treffens des Balles, einnimmt, ist eine ganz und gar andere, als die, die weithin als Ansprechhaltung gelehrt wird. Deshalb ist auch die Hoffnung unbegründet, es wäre hilfreich im Abschwung mit dem Schlägerkopf zum Ball und mit dem Körper zur Ansprechhaltung zurückfinden zu wollen.

Am schlimmsten ist dabei die Absicht, den Schlägerkopf mit den Händen, vornehmlich der rechten (unteren), zum Ball hin zu steuern oder zu transportieren. Dabei entsteht nämlich spätestens das Falsche Schlagen, weil die Hand gleich beim oder nach dem Umschwung auf den Schaft drückt, um den Schlägerkopf unter Kontrolle zu bringen, und so ihre Schlagkraft viel zu weit oben („zu früh“) auslöst.

Ideal ist für den Hobbygolfer, im Ansprechen die Impakthaltung nachzuahmen. Damit suggeriert er sich und seiner Motorik das Ziel der Schlagbewegung.

 

11. Mythos, Rumpf nicht nach rechts lehnen

„Für gute, vor allem lange Schläge ist es nicht nötig, den Rumpf vom Ziel weg zu lehnen.“ Falsch!

Amateure lehnen ihren Rumpf nicht wie die Könner vom Ziel weg, weil sie bei einem nach rechts Kippen („Tilt“) wegen ihrer falsch agierenden (werfenden oder hackenden) rechten Hand dann vor dem Ball in den Boden schlagen würden. Also lassen sie den Rumpf aufrecht oder lehnen ihn gar zum Ziel hin, um den verfrühten Bodenkontakt zu vermeiden. Das ist aber nur eine Kompensation für den Fehler der rechten Hand und niemals eine taugliche Korrektur, wenn man einen ordentlichen Golfschlag entwickeln möchte. Diese Scheinlösung ist vielmehr eine Katastrophe, weil durch das zum Ziel Lehnen auch der Schaft beim Impakt zum Ziel gelehnt ist, wodurch der Loft-Winkel steiler wird und die langen Eisen und Hölzer für Amateure unspielbar werden.

 

12. Neuester Mythos, Freiheit für den Kopf

„Für gute, vor allem lange Schläge ist es keinesfalls sinnvoll oder gar hilfreich, den Kopf ruhig an seinem Platz zu halten.“ Falsch!

Alle Profis halten den Kopf während des Schlagens, also bis zum Treffmoment so still sie nur können. Erst danach überlassen sie ihn der Wucht des Durchschwungs. Keinesfalls drehen sie beim Abschwung den Kopf, also nur das Gesicht, in Richtung Ziel, weil dies der rechten Schulter den Weg nach zu weit unten freigibt.

Keinesfalls wandern sie mit dem Kopf mehr als ein paar Zentimeter hin und her. Und keinesfalls heben sie den Kopf während des Durchschwungs aus seiner Anfangslage nach oben, weil dies einem Aufrichten des Rumpfes entspricht, welches ein sauberes Treffen des Balles extrem schwierig gestaltet. Selbst die Spieler, die im Durchschwung die Knie strecken, machen als Ausgleich dafür den Rücken krumm, damit der Kopf und die Drehachse der Arme auf ihrer Höhe bleiben.

Auch wandert der Kopf des Könners keinesfalls durch den Schlag in Richtung Ziel, weil dadurch die Stabilität des (Ober-)Körpers verloren geht. Dieses Gegenlager ist aber nötig, damit Arme und Hände richtig durchschwingen können.

Beim Driven bewegt sich der Kopf der meisten Könner daher während des Durchschwungs sogar deutlich vom Ziel weg. Um das festzustellen, muss man natürlich mal mit kritischem Geiste ein paar Videos studieren.

Schluss

Das wirklich Wesentliche am Golfschlag ist das Doppelpendel aus Armen und Schläger, unterstützt durch den Schultergürtel und den Rumpf. Die Beine haben nur stabilisierende Aufgaben, wenngleich ihre Kräfte mit der im Oberkörper generierten Schlagkraft natürlich mitwachsen müssen. Das Entscheidende am Doppelpendel ist das Timing von linkem Arm und rechter Hand. Wenn es klappt, kann der Rumpf in die richtige Neigung vom Ziel weg gebracht werden. Und mehr ist für einen zufriedenstellenden Golfschlag nicht erforderlich. Die 12 Mythen jedenfalls lenken vom Weg zu diesem einfachen Ziel auf fatale Weise ab.

Zwei weitere Mythen begleiten den normalen Golfschüler auf seinem Irreweg durch das Chaos der falschen Vorstellungen von der korrekten Golfschlagtechnik.


13. Mythos, Das Visualisieren

„Für gute, vor allem lange Schläge ist es von großem Nutzen, sich vor der praktischen Ausführung den gewünschten Ballflug vor dem geistigen Auge auszumalen.“ Falsch!

Diese, unter dem Sammelbegriff „Mentale Arbeit“ verherrlichte Technik funktioniert nur bei Spielern, deren Talent sie in die Lage versetzt, einen Schlag ziemlich genau so auszuführen, dass der erwünschte Ballflug tatsächlich zustande kommt. Dieses Talent ist aber äußerst selten und wird in der Regel durch ein sehr niedriges Handicap belohnt, nicht selten sogar mit Meisterehren und Millionenschecks. Ein halbwegs normaler Mensch darf davon gerne träumen, aber dem Gelingen seiner Golfschläge wird dies niemals zuträglich sein. Dazu hat er viel zu große technische Probleme und diese werden durch Ballflugvisionen nur noch schlimmer.

14. Mythos, Selbstvertrauen

Selbstvertrauen und Selbstsicherheit werden nur all zu oft mit Selbstbewusstsein verwechselt. Wer sich seiner selbst bewusst ist, der kennt seine Fähigkeiten und deren Grenzen ziemlich genau. Und deshalb wird sein Selbstvertrauen niemals darüber hinausschießen. Er weiß dass  eine sich künstlich selbst eingeredete Selbstsicherheit nichts an seinen Grenzen ändert. Der Glaube, seine Grenzen überschreiten zu können, ist absurd, weil Grenzen genau da liegen, wo man am Ende ist mit seinem Latein und seinem Talent und seinem Können. Wer sich selbst mehr Vertrauen schenkt als er verdient, der wird jämmerlich scheitern. Und das tun alle Menschen, Sportler und Golfer, die an den Mythos der Selbstüberschätzung glauben.

Das Einzige was hilft ist, das Richtige zu lernen, das richtige Verstehen der Technik und das richtige Üben. Mit dem richtigen Wissen bringt es am meisten Spaß und natürlich am meisten Erfolg.

Ihr
Thomas Zacharias

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